In den Fußstapfen von Maria Theresia Gerhardinger

Sporthalle der Mädchenrealschule Niedermünster-Regensburg wurde eingeweiht

Am Mittwoch, 24.10.2001 segnete Domkapitular Johannes Neumüller die neue Sporthalle der Mädchenrealschule Niedermünster. Musikalische und sportliche Darbietungen, einstudiert von Michael Thoma, Maria Fraunhofer und Lisa Kaniber, rahmten die Feier ein..

Wohl nicht ganz zufällig wurde der 24.10. für die Einweihung des neuen Gebäudes gewählt. Es ist der Geburtstag der von Maria Theresia Gerhardinger gegründeten Kongregation der Armen Schulschwestern. Sie hatte den ersten Turnsaal für Mädchen in der Landeshauptstadt München errichtet, denn für sie war ganzheitliche Bildung in Abgrenzung zur Leistungsgesellschaft ein wesentlicher Faktor der Erziehung. Ganz in ihrem Sinn entstand nun in Regensburg, ihrem Geburtsort, ein „neuer Turnsaal“ für die Mädchen von Niedermünster. In den hohen Räumen der Halle können sich, so Provinzoberin M. Salome Strasser, die jungen Menschen „ausstrecken und entfalten und dem Alltagsstress etwas entfliehen.“

Mit der Einweihung der Sporthalle sei ein „aufregender Moment“ gekommen und ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen, ganz besonders auch für die Sportlehrerinnen der Realschule, betonte die Schulleiterin Sr. Brigitta Wex in ihren Begrüßungsworten. Mühsam und beschwerlich sei der Weg gewesen. Zunächst schien es fast aussichtslos, ans Ziel zu kommen. „Wie mit einem Brennglas“, so Sr. Salome, wurde nach einem geeigneten Standort für die Sporthalle gesucht. Aber auch als die Entscheidung für das Grundstück am Donaumarkt gefallen war, stand man nach den Worten des Architekten, Dipl. Ing. Manfred Brennecke, vor neuen Herausforderungen: Es befand sich in der Altstadt, war Hochwasser gefährdet, hatte einen lockeren Untergrund und eine grobe Steinmauer musste integriert werden. Inspiriert durch die Nachbarschaft – die Donau und die Schifffahrt – entstand eine Sporthalle ähnlich „einem Schiff, das hier gestrandet ist.“ Das neue Gebäude zeichnet sich aus durch „Transparenz, Einblick und Offenheit“. Eingedenk eines ersten Schultags überreichte Herr Brennecke der Schulleiterin M. Brigitta Wex die Schlüssel der Halle in einer Schultüte.

„Bayern München bekommt eine neue Arena, Niedermünster Regensburg hat sie bereits.“ Mit diesen Worten drückte der Ministerialbeauftragte Ludwig Meier seine Begeisterung über das gelungene Projekt aus. Für junge Menschen sei Sport „ein wichtiges Ausgleichsfach.“ Es fördere „Teamgeist und Kooperation“ und leiste so einen wichtigen Beitrag zu Schlüsselqualifikationen.

Mit Witz und Humor verwies Domkapitular Neumüller auf einen anderen Aspekt des Sports, auf den er via Internet gestoßen war: „Wenn man Sport treibt, lernt man viele Menschen kennen: Krankenwagenfahrer, Ärzte, Pflegepersonal und Physiotherapeuten.“ Der Hinweis, dass diese Bemerkung aber nicht ganz so ernst zu nehmen sei und sich vor allem auf den Leistungssport, nicht aber auf den Schulsport beziehe, beruhigte diejenigen, die seine Äußerungen ernst genommen hatten. Für Neumüller steht beim Sport nicht die Leistung, sondern das Spiel im Vordergrund , da es Gemeinschaft fördert.

Große Freude über das Gelingen des Baus drückte auch OB Hans Schaidinger aus: „Alles, was investiert wurde, ist gut angelegt.“ Er gratulierte allen Verantwortlichen und wünschte für die Zukunft gutes Arbeiten in der neuen Sporthalle.

Mit einem Mittagessen im Kolpinghaus klang die Feier aus.