Elternbeiratswahl und Vortrag „Ich habe keine Zeit“

Als sich am Dienstagabend etwa 90 Eltern in der Sporthalle der Mädchenrealschule Niedermünster einfanden, um einen neuen Elternbeirat zu wählen, konnten sie sich auch auf einen ebenso interessanten wie unterhaltsamen Vortrag zum Thema „Ich habe keine Zeit“ des bekannten Regensburger Pädagogen Bernhard Suttner freuen.

„Sie haben sich die Zeit genommen, hier zu sein und sind bereit, sich zu engagieren! Ich kenne das auch ganz anders“ begrüßte Suttner die Eltern ganz im Sinne seines Themas. Seine Pädagogik versteht er als geerdet und eher konservativ. Würde man nur wenige Grundsätze beherzigen, erübrigten sich viele Erziehungsratgeber von selbst, denn letztlich genügen in der Erziehung drei einfache Grundsätze: 1. Lieben Sie Ihr Kind! 2. Seien Sie ihm Vorbild und 3. lachen Sie mindestens dreimal täglich herzhaft mit ihm!

Vorbild sein heißt dabei nicht, fehlerlos sein zu müssen, das sei ohnehin nicht zu verwirklichen. Fehler in der Erziehung halte das Kind aus, schädigend sei v. a. wenn den Kindern die nötige Fürsorge nicht gegeben wird. Dringlich sei in vielen Familien die emotionale Verwahrlosung, wenn Eltern keine Zeit haben für ihre Kinder. „Ich hab jetzt keine Zeit“ kommt einem im Stress viel zu leicht über die Lippen. Diese Formulierung leitet aber auch die Entfremdung, das langsame Abgleiten in eine reine Funktionsgemeinschaft ein.

Man sollte man sich bewusst machen, dass Stress sehr unterschiedlich sein kann. Guter Stress entstehe dann, wenn man mit einer gewissen Lust an die Aufgaben herangehen könne. Dabei sei das rechte Maß wesentlich. Anschaulich verdeutlichte Herr Suttner, wie notwendig es ist, Prioritäten zu setzen und Wichtiges nicht von alltäglichen Kleinigkeiten verdrängen zu lassen.

Ein weiterer Grundsatz ist, dass Familienglück Bestätigung braucht. Dabei müsse man nicht beständig die großen Lobeshymnen schwingen, oft genüge auch ein schlichtes Anerkennen im Sinne von „Es läuft gut!“ Wer glaubt, er müsse das arme Kind, das so viel in der Schule leisten muss, schonen, irrt: Unterforderung führt zu Gammelei. Kinder und Jugendliche wollen gefordert werden und sollen mit Pflichten am Familienleben beteiligt werden – und das soll unmissverständlich sein! Zusammenfassend beruht ein stabiles Familiensystem auf den Bausteinen

• Gemeinsames Mahl

• anordnungsfreie Kommunikation

• Gemeinsame Interaktion

• Sich selber Zeit gönnen

Die Elternrolle anzunehmen, keine Angst zu haben, Forderungen an sein Kind zu stellen und es dennoch optimal zu erziehen, dazu dürfte der Vortrag vielen Eltern Mut gemacht haben.

Im Anschluss an den Vortrag konnte das Ergebnis der Elternbeiratswahl bekannt gegeben werden, die Ämter werden in der konstituierenden Sitzung am 13. Oktober festgelegt.

 


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