Der Nikolaus kommt fair


Alle Jahre wieder kommt der Nikolaus nicht nur zu den Kindern Zuhause, sondern auch in die Schulen und findet lobende oder, falls nötig, auch mahnende Worte für die Schüler. Auch bei uns an der Mädchenrealschule ist es ein lieber Brauch, den Nikolaus zu begrüßen und selbst in den höheren Klassen ist man gespannt, wie die Klasse gelobt oder getadelt wird. Der vom Elternbeirat spendierte Schokonikolaus trägt an diesem Tag dazu bei, den restlichen Schultag ein wenig zu versüßen. Wie bitter es aber für die Menschen ist, die Rohstoffe für die „Nervennahrung“ zu produzieren, das ist uns in der Regel nicht bewusst. In diesem Jahr sollte das anders sein und so fand eine etwas andere Nikolausfeier statt: Vor dem Besuch des Nikolaus in der Sporthalle erzählte Frau Leistner vom Weltladen „una terra“ in der Oberen Bachgasse von den Bedingungen, unter denen z.B. Schokolade hergestellt wird. Es war die Rede von Ausbeutung, von Armut, von Kinderarbeit und Kindersklaven. Freilich gibt es Verpflichtungserklärungen der großen Unternehmen, in denen sie auf bessere Arbeitsbedingungen hinwirken wollen. Es werden auch Millionenbeträge für entsprechende Projekte zur Verfügung gestellt – das relativiert sich aber sehr schnell, wenn man weiß, dass dieselben Unternehmen Milliardenbeträge in die Werbung für ihre Produkte stecken!
Mittlerweile gibt es verschiedene Organisationen, die sich für eine Verbesserung von Arbeitsbedingungen vor Ort einsetzen, eine davon ist Fairtrade, die ein Regelwerk erstellt hat, das den Menschen in den Schwellen- und Entwicklungsländern für ihre Arbeit faire Preise zahlt, sodass sie bekommen können, was sie brauchen für ein würdiges Leben. Wo in anderen Betrieben Kindersklaven schuften müssen und selbst für die Kinder der eigenen Familie an Schulbesuch nicht zu denken ist, können in Dörfern, die sich den Fairtrade Standards verpflichtet haben, Kinder spielen und zur Schule gehen – mit der Aussicht auf ein besseres Leben!
Fairtrade mag etwas teurer sein als die sonst übliche Supermarktware, doch wird mit dem Preis eben auch eine bessere Zukunft finanziert. Deshalb taten sich in diesem Jahr Elternbeirat und SMV zusammen und die Weihnachtsengel, die den Nikolaus begleiteten, konnten einen Fairtrade Nikolaus an die Schulgemeinschaft verteilen. „Wenn man weiß, dass man mit dem Kauf eines Fairtrade Produkts Gutes tut, schmeckt es gleich nochmal so gut!“, so Frau Leistner. Stimmt.


Edith Scharm


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